Modulares Orientierungssystem
für den Wildpflanzenpark Schwäbisch Gmünd
Hauptprojekt 6. Semester I Kommunikationsgestaltung I HfG Schwäbisch Gmünd
Projektpartnerin: Anne-Marie Schmidt
Im Jahr 2020 sollte in Schwäbisch Gmünd ein neuer “essbarer Wildpflanzenpark” entstehen.
Hierfür entwickelten Studenten der HfG Schwäbisch Gmünd verschiedene potenzielle Orientierungssysteme. Die Stadt Schwäbisch Gmünd arbeitet bei der Umsetzung des Parks eng mit der EWilPa-Stiftung zusammen, unter der schon einige verschiedene EWilPas in Deutschland entstanden sind. Diese bot eine gute Grundlage, um das Konzept eines essbaren Wildpflanzenparks besser zu verstehen und ein entsprechendes Orientierungssystem dafür zu entwerfen.
Die Stadt Schwäbisch Gmünd wünscht außerdem unter dem Aspekt der „Naturwerkstatt“, dass im Park ein Gebäude und so ein zentraler Treffpunkt entsteht, in und um den herum verschiedene Workshops und Zusammentreffen stattfinden können.
Beim Entwurf des Orientierungssystems war die Entwicklung einer dazugehörigen App gewünscht, um dem Besucher unter Anwendung der Beacon-Technologie ein multimediales Erlebnis vor Ort bieten zu können. Zudem war es wichtig, auf eine
deutliche Unterscheidbarkeit einzelner Gebiete und Pflanzen und auf Informationen zu deren Anwendungsbereiche im medizinischen und essbaren Bereich einzugehen.
Das modulare System
Das Grundgerüst für die Schilder bilden aneinandergereihten Holzbalken, wodurch in den Zwischenräumen ein wertvoller Lebensraum für Insekten entsteht. Die Flächen der Blockelemente basieren auf einem Raster. So können diese mit unterschiedlich großen Metallschildern bestückt und beliebig mit Inhalten befüllt werden.
Es entsteht ein modulares System, bei dem einzelne Inhalte jederzeit beliebig ausgetauscht werden können, falls Pflanzen nur Saisonal vorkommen, neue Pflanzen im jeweiligen Gebiet angesiedelt werden oder Platz für Bekanntmachungen oder interaktive Stationen benötigt wird.
01 Pflanzen- und Steckschilder
Auf den Pflanzenschildern werden einzelne Wildpflanzen vorgestellt. Hier befinden sich der Name der Pflanze,
eine grafische Darstellung, bei der wichtige Teile der Pflanze farblich hervorgehoben werden und eine kurze Beschreibung.
Unterhalb der Informationen befindet sich die farbige Gebietsmarkierung mit QR-Code, um weitere Informationen nachschlagen zu können. Diese Schilder sind darauf ausgelegt, immer an der gleichen Stelle zu stehen. Die kleinen Steckschilder hingegen können beliebig entlang der gemähten Pflückpfade platziert werden.
Das macht sie besonders flexibel, wenn eine Pflanze an einem anderen Ort wächst, wie zuvor. Hier wird aus Platzgründen auf
eine genauere Pflanzenbeschreibung verzichtet. Die jeweiligen Informationen können auch hier über den QR-Code in der App abgerufen werden.
02 Eingangssituation
Am Eingang stehen zwei Säulen, die den Besucher in den Park einführen.
An den verschiedenen Säulenseiten finden sich diverse Informationen wie Begrüßungstext, die Parkregeln, Hinweise zur App und Infomaterial, das direkt mitgenommen werden kann.
Ein Zitat in einer handschriftlich anmutenden Schrift wirkt einladend und soll den Besucher auf die Besonderheiten der
Natur aufmerksam machen und ihn so daran erinnern, sich vorsichtig und mit Bedacht im Park zu bewegen. Die beiden
Säulen stehen versetzt zueinander, so wirkt der Eingangsbereich einladender und nicht ganz so gedrungen.
Zudem geben die Schilder dem Besucher so eine Lesereihenfolge vor.
03 Hochbeete
Die Hochbeete sind auf der Oberseite des Rands beschriftet und geben dem Besucher auf einem länglichem Schild Informationen zu den Pflanzen, die hier angebaut sind. Um sich orientieren zu können, sind kleine Illus-
trationen der jeweiligen Pflanze abgebildet. Im Hochbeet selbst befinden sich nochmals kleine Steckschilder mit Name der Pflanze und QR-Code, um wie gewohnt über die App genauere Informationen zu bekommen.
04 modulare Gebietsübersicht
Die Schilder für die Gebietsübersicht können über ein Schraubsystem ganz individuell mit Informationen bestückt werden. Ganz oben an der Säule befindet sich die jeweilige Farbcodierung des Gebiets, um dieses schon aus der Entfernung wahrnehmen zu können. Es folgt eine Headline und eine kurze Einleitung zum jeweiligen Gebiet. Die Inhalte da-
runter können von Informationen zu einzelnen Pflanzen in dem Gebiet über Veranstaltungshinweise bis hin zu Spielstationen gänzlich variieren. So ist ein Gebiet nicht an die jeweilige Pflanzenvielfalt gebunden sondern kann mit ganz unterschiedlichen Informationen beliebig erweitert werden.
AUFBAU
01 Pflanzen- und Steckschilder
02 Eingangssituation
03 Hochbeete
04 modulare Gebietsübersicht
(detaillierte Beschreibung s. oben)
Die App
Unser modulares Orientierungssystem wird zusätzlich durch eine App ergänzt. Sie kann entweder direkt vor Ort im Park oder bequem von überall anders genutzt werden. Grundlage für die App bilden die drei Hauptbereiche Lernen, Sammeln und Genießen.
Startet man die App, kommt man automatisch in den Bereich Sammeln. Hier wird der Benutzer begrüßt und erfährt alles rund um den Park, aktuellen Angebote und Veranstaltungen vor Ort.
Im Bereich Lernen erfährt man alles zu den essbaren Wildpflanzen. Man kann alphabetisch nach bestimmten Pflanzen suchen oder entsprechende QR-Codes auf den Schildern im Park scannen und so gezielt Informationen zu einer jeweiligen Pflanze erhalten.
Der dritte Bereich, Genießen, umfasst alle Aspekte der Zubereitung und des Verzehrs der Wildpflanzen. Es gibt eine Liste mit leckersten Rezepten, die man leicht Zuhause nachkochen kann. Nach Anmeldung im Benutzerkonto können zudem Bewertungen und Kommentare hinterlassen, aber auch eigene Rezept- und Informationslisten angelegt werden.
Die App funktioniert also sowohl als Parkbegleiter vor Ort, als auch als Pflanzenlexikon oder Kochbuch von unterwegs und ist kostenfrei in den gängigen Appstores verfügbar.